Donnerstag, Februar 24, 2011
Zum Glück zeigte sich Energie beim Unentschieden gegen Hertha endlich mal wieder in ansprechender Verfassung. Um noch mal in den Aufstiegskampf eingreifen zu können, müssten die Kerle in den kommenden drei Wochen allerdings zu einem strammen Zwischenspurt ansetzen.
„Acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz sind ganz schön happig“, findet meine Waltraud. Doch mit einer Serie gegen die nächsten drei Gegner Frankfurt, Paderborn und Osnabrück könnte sich die Truppe vielleicht noch mal an die oberen Ränge heranpirschen. Gleich danach kommt es immerhin zum direkten Duell beim Vfl Bochum.
Dazu müssten sich aber alle Mannschaftsteile gehörig am Riemen reißen. Auch in Berlin agierte unsere Defensive in den entscheidenden Momenten schlampiger als Zitiermeister Guttenberg bei den Fußnoten seiner Doktorarbeit. Und im Angriff fehlte trotz zahlreicher guter Möglichkeiten der allerletzte Biss, um den Siegtreffer zu markieren.
Im Prinzip steht Energie nun genau wie die Bayern vor den Wochen der Wahrheit. Man könnte es aber auch so sehen: Viel zu verlieren hat Cottbus inzwischen nicht mehr.
Euer Erich Bollermann
Mittwoch, Februar 16, 2011
Zum Valentinstag hatte mir Waltraud am Montag extra Riesenkohlrouladen mit ganz viel Soße gekocht. Obwohl es danach sogar noch ihren phänomenalen Grießbrei zum Nachtisch gab, konnte ich mich trotzdem nicht richtig freuen.
Schließlich warte ich nun schon drei Spieltage hintereinander auf einen Liebesbeweis meiner anderen großen Flamme Energie. Nach vorne spielt die Truppe in der Liga seit Wochen unsicher und fahrig wie ein pickeliger Halbstarker vor der ersten Verabredung. Derweil macht unsere Abwehr mit Sekundenschlaf und Kuschelkurs höchstens die gegnerischen Stürmer wuschig. Unentschlossen und gedankenlos bringen die Cottbuser Kicker sich und tausende Verehrer um die ganz großen Gefühle. Muss denn erst ein Pokalspiel her, damit es wieder richtig zwischen uns knistert?
Der Zug in die erste Liga fährt gerade aus dem Bahnhof raus. Es hat niemand erwartet, dass der FCE dort als Rosenkavalier im Spazierschritt aufspringt. Aber Hertha, Augsburg und Bochum jetzt bereits neidisch hinterherwinken zu müssen tut trotzdem weh. Was haben die denn schon, was wir nicht haben?
Euer Erich Bollermann
Donnerstag, Februar 10, 2011
Wenn die zweite Liga ein Freizeitpark wäre, dann würde Energie sich pausenlos bei der Achterbahn anstellen. Vielleicht sind die Cottbusser Kicker inzwischen schon so süchtig nach großem Spektakel, dass ohne den letzten Schuss Adrenalin überhaupt nichts mehr geht.
Beispielhaft hierfür steht das fahrlässige 3:3 letzte Woche gegen Aachen. In Hälfte eins lief das Bällchen zwar gut nach vorne, aber dafür zeigten sich Brzenska und Hünemeier im Rückwärtsgang reaktionsschnell wie zwei Regentonnen. Die zweite Halbzeit verkam dann folgerichtig zur hektischen Treibjagd, bei der trotz ungenauen Abschlüssen immerhin noch der Ausgleich raussprang. Ähnlich knapp und klobig lief’s beim bisher einzigen Rückrundensieg gegen Bielefeld.
„Können die Kerle denn nicht mal wieder ein paar stinknormale Dreier einfahren?“ bringt es meine Waltraud auf den Punkt. Es hat doch nie jemand verlangt, dass Energie seine Gegner nach Dortmunder Art einschnürt und wegknallt! Ein bisschen mehr Ordnung und Konzentration über die vollen 90 Minuten müssten doch zu machen sein.
Wem das zuwenig Nervenkitzel ist, der kann sich in Fürth auch gerne voll und ganz aufs Brechen einer schwarze Serie fokussieren. Denn noch nie konnte der FCE bisher bei der Spielvereinigung gewinnen. Das hat doch auch seinen Reiz.
Euer Erich Bollermann
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Mittwoch, Februar 2, 2011
Man kennt dieses Wechselbad der Gefühle ja schon von deutschen Mannschaften im Europapokal: Mittwochs hui und am Wochenende pfui. Erst zieht Energie gegen Hoffenheim die Riesenwurst vom Teller und dann lassen sich die Kerle in Karlsruhe gleich wieder die Butter vom Brot nehmen.
Dabei fällt es schwer, der Truppe wirklich böse zu sein. So eine Auswärtspartie in der Liga kurz nach der Pokalsensation ist ja ungefähr so, als müsste ich nach einem Gelage in meiner Stammkneipe noch ein Mineralwasser mit meiner Schwiegermutter trinken. Wer da die volle Leidenschaft behält, der hat auch Spaß an seiner Steuererklärung.
Andererseits verfügt der FCE dieses Jahr zweifellos über genug Qualität, um diesen irren Spagat zu bewältigen. Wer im Pokal drei Erstligisten raushaut, der muss auch im Aufstiegskampf zwangsläufig ein Wörtchen mitreden. Selbst die Statistik spricht hier klar für Energie: Immer wenn Cottbus bis jetzt in einem Pokalhalbfinale stand, spielte man im Jahr darauf auch eine Liga höher.
Versuchen wir deshalb am besten, uns alle kollektiv am Riemen zu reißen. Der nächste Gegner heißt Aachen, nicht Duisburg. Und Heimsiege in der Liga sind doch auch was Schönes!
Euer Erich Bollermann