Mittwoch, Juli 27, 2011
Beim Fußballgucken letzten Freitag saß unser Dackel Berti mit auf dem Sofa. Als dann ausgerechnet olle Shao für Duisburg traf, begann der Köter wie wild zu kläffen.
Da fing meine Waltraud plötzlich an, unsere Energie-Kicker mit Hundetypen zu vergleichen. Kapitän Kruska und der verletzte Brzenska waren die Schäferhunde, die das Cottbuser Rudel zusammenhielten. Adlung und Rangelov zeigten sich gegen den MSV wieder so bissig, dass man ihnen als Pitbulls sofort Leinenzwang verordnet hätte.
Torwart Kirschbaum rettete kurz vor Spielende wie ein Lawinenhund in höchster Not, obwohl eigentlich alles zu spät war. Kollege Ziebig schwankte schon vor seinem fatalen Rückpass wie gewohnt zwischen treuem Irish Setter und begossenem Pudel. Und der frühreife Welpe Bittencourt macht sich weiter einen Spaß daraus, den Gegenspielern reihenweise frech ans Bein zu pinkeln.
Am Samstag treten unsere Cottbuser Rassehunde bei den Promenadenmischungen aus Kiel an. Doch gerade im Pokal gilt: Hunde die bellen, beißen auch. Also bitte von Anfang an dran denken, dass es fürs Weiterkommen ein schönes Leckerli gibt!
Euer Erich Bollermann
Mittwoch, Juli 20, 2011
Wer selber schon mal Nachwuchs im Wickelalter hatte, weiß ganz genau wie sich Pele Wollitz nach dem holprigen Saisonstart fühlt. Der Cottbuser Trainer hat in der Vorbereitung alles dafür getan, damit Jungprofis wie Reimerink, Bittroff, Kronaveter und Straith fußballerisch endlich stubenrein werden. Aber in der ersten Hälfte gegen Dresden gab es dann doch wieder so manche volle Buchse.
Nach diesem Malheur bleiben ernste Zweifel, ob die Kerle in dieser Saison wirklich noch die Kurve zu stabilen Stammkräften kriegen. Da lobe ich mir den frühreifen Leonardo Bittencourt. So schmal wie der war meine Waltraud
zuletzt mit elf Jahren, kurz bevor sie ihre Leidenschaft für Speckwaren und Desserts entdeckte. Man möchte dem Spargeltarzan ja am liebsten eine Ritterrüstung hinterherschmeißen, wenn er seine dünnen Speichen wieder furchtlos in den Zweikampf wirft. Beim Leo geht zwar auch noch einiges daneben, aber man erkennt zumindest den Willen, lieber heute als morgen aus den Windeln wachsen zu wollen.
Am Freitag muss jedenfalls die gesamte Cottbuser Truppe von Anfang bis Ende sauber bleiben. Mit Duisburg hat Energie nach dem verlorenen Pokalhalbfinale nämlich noch eine Rechnung offen, die nur echte Männer begleichen können.
Euer Erich Bollermann
Dienstag, Juli 12, 2011
Pünktlich zum Saisonstart hat sich meine Tochter einen neuen Freund geangelt. Carl-Kevin heißt der Bursche und hat angeblich sogar studiert.
Das kam mir sofort spanisch vor. Wenn sich so ein Gehirnathlet für unsere Kleene interessiert ist das ungefähr so als ob Bastian Schweinsteiger zu Blau-Gelb Laubsdorf wechselt. Beim ersten Besuch hat der Schlaumeier meine Waltraud dann auch noch mit Blumen und Konfekt eingelullt.
So billig war ich natürlich nicht zu haben! Was er denn vom neuen Energie-Sturm hält, stellte ich ihn gleich mal auf die Probe. „Petersen und Jula sind mit ihren 35 Toren schwer zu ersetzen“ parierte Carl-Kevin. „Aber vielleicht reichen diese Saison auch ein paar Treffer weniger, wenn die Mannschaft hinten stabiler steht.“
Und schon waren meine Frau und Tochter wieder Feuer und Flamme für den Bengel. Aber warten wir mal ab, wie weit Energie mit diesem Geistesblitz in der Praxis kommt. Meinen Schwiegersohn in Spe nehme ich Freitag jedenfalls mit ins Stadion. Mal sehen, wie der Streber das Derby gegen Dresden so verkraftet.
Euer Erich Bollermann
Montag, Juli 11, 2011
Erich Bollermann ist ein echtes Lausitzer Urgestein und begleitet seinen FC Energie Cottbus mit einer wöchentlichen Kolumne durch die Saison 2011/2012. Den „Franz Beckenbauer der Lausitzer Rundschau“ (Zitat Christian Beeck) bringt nichts mehr auf die Palme als eine Cottbuser Abwehr, die wieder offener als ne Imbissbude steht. Denn Bollermann liebt den FC Energie so sehr wie seine Frau Waltraud und überwindet dabei alle Schmerzgrenzen. Nach dem Saisonende will er die Cottbuser Mannschaft zum Grillen in seine Laube einladen. Aber nur, wenn sie den Aufstieg schafft!