Fußball Bundesliga Blog


Mittwoch, September 28, 2011

Energie Cottbus: Alte Macken

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 3:23 pm

Mit der Cottbuser Hintermannschaft ist das wie in einer jahrelangen Ehe. Man kann sich zwar streckenweise einreden, dass beim Partner tatsächlich Verbesserungen stattfinden. Aber insgesamt bleiben die Macken doch die gleichen.

Als ich zum Beispiel meine Waltraud kennenlernte, konnte sie ungefähr so gut einparken wie ein Maulwurf mit Sonnenbrille. Das gibt sich schon noch, dachte ich mir damals. Dreißig Jahre später lege ich ihr lieber gleich ne Busfahrkarte hin, damit unsere Stoßstange mal ohne Kratzer durch die Woche kommt.

Auch bei Energies Defensive kann man derzeit wieder die Uhr nach dem nächsten Aussetzer stellen. Bittroff liess sich in Düsseldorf zu einem Anfängerfehler hinreißen und Roger bleibt sowieso immer für eine Tätlichkeit gut. Neu war eigentlich nur, dass Torwart Kirschbaum jetzt schon das zweite Spiel hintereinander wackelte.

Höchstwahrscheinlich müssen wir uns damit abfinden, dass aus Energies Abwehr auch diese Saison kein Bollwerk mehr wird. Dafür gibt’s nur eine Lösung: Immer ein Tor mehr als der Gegner schießen.  Am besten probieren wir diese Taktik nächsten Sonntag gegen St. Pauli gleich mal aus!

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, September 21, 2011

Energie Cottbus: Betonbeschwerden

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 9:55 am

Nach Energies Auswärtspleite letzten Samstag war meine Waltraud richtig fuchtig, „Die  Braunschweiger haben sich nur hinten reingestellt und gekontert!“ empörte sich meine bessere  Hälfte. „Wie sollen unsere Jungs denn bei so viel Mauerei zum Zuge kommen?“

In der Tat war das eins dieser Schweinespiele, bei denen die bessere Mannschaft nicht  unbedingt als Sieger vom Platz geht. Aber es kommt einem schon ein bisschen ulkig vor, dass ausgerechnet wir Cottbuser uns über dieses Schicksal beschweren. Vor der Ära Wollitz hat Energie schließlich selber regelmäßig Beton in der eigenen Hälfte angerührt und auf diese Weise sogar ein paar schöne Jahre in der ersten Liga verbracht.

Nur weil der FCE inzwischen ein bisschen mehr System im Spiel nach vorne hat, sackt unsere Truppe nicht automatisch mehr Punkte ein. Konzentration und Wille müssen nämlich trotzdem stimmen. Und genau in diesen Punkten war uns Eintracht Braunschweig leider überlegen. Hoffen wir mal, dass sich die Cottbuser Kicker kommenden Samstag in Düsseldorf besser im Griff haben und nicht wieder gegen eine Wand laufen.

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, September 14, 2011

Energie Cottbus: Moderne Verteidigung

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 10:16 am

Seit Monaten predige ich den Rackern aus meiner C-Jugendtruppe, dass Verteidigung heutzutage im Sturm beginnt. „Und was kommt als nächstes, Trainer?“ machte sich letztens der dicke Jason-Jonas lustig. „Sollen wir im Mittelfeld vielleicht noch Torwart spielen?“

Energies gefühlte Niederlage gegen Frankfurt hat jedenfalls gezeigt, dass ich goldrichtig liege. In der ersten Halbzeit liess der FCE nämlich auf keinem Quadratmeter des Rasens was anbrennen. Da wurde fantastisch über die agilen Müller, Fenin und Adlung nach vorne kombiniert. Falls die Kirsche dabei mal verloren ging, setzten unsere Jungs so bissig nach, dass für die Eintracht schon an der Mittellinie Feierabend war. So sieht moderne Abwehrarbeit
aus!

Deshalb wollte man als Zuschauer kaum seinen Augen trauen, als sich die Kerle nach der Pause in der Cottbuser Hälfte einschnüren liessen. Hier muss sich jeder Kicker an die eigene Nase fassen. Wer dem Gegner so breit die Tür aufhält,
braucht sich nicht zu wundern, wenn er später noch die Hütte vollkriegt.

Jetzt konnten wir also in einem einzigen Spiel beobachten, wie man als Mannschaft erst überragend und dann grottenschlecht verteidigt. Ich bin mal gespannt, wer daraus schneller seine Lehren zieht: Die Profis von Pele Wollitz oder meine Bengel aus der C-Jugend.
Euer Erich Bollermann

Mittwoch, September 7, 2011

Energie Cottbus: Transferbilanz

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 11:57 am

Respekt, Herr Wollitz! Mit Christopher Schorch und Martin Fenin ergatterte der Energie-Trainer letzte Woche zwei junge Neuzugänge, die Cottbus noch vor einiger Zeit selbst als Autobahnausfahrt gemieden hätten.

Abwehrmann Schorch hat früher sogar mal bei Hertha gespielt. Aber in jungen Jahren begehen wir eben alle Dummheiten, die uns später peinlich sind. Kraftpaket Fenin hingegen gefiel mir schon bei Eintracht Frankfurt gut, wenn er denn mal aufs Feld durfte. Mit ein paar ordentlichen Spielen hätte der adrette Tscheche auch gute Chancen, Torsten Kirschbaum als Waltrauds Liebling abzulösen.

Damit liessen die Cottbuser Transferaktivitäten nur einen klitzekleinen Wunsch offen. Meine Frau und ich hatten insgeheim gehofft, dass der FCE mal wieder einen polnischen Kracher in die Lausitz lotst. Typen wie Kukielka, Kaluzny und Kobylanski zogen nämlich immer auch Fans aus unserem Nachbarland ins Stadion der Freundschaft.

Außerdem wäre es doch ein Riesending, wenn Energie beim nächsten Länderspiel von Polen gegen Deutschland einen Nationalspieler stellen würde. Doch vielleicht kriegen wir das auch ohne Transfer hin. Dazu müsste nur der junge Kobylanski bei den Profis den Durchbruch schaffen oder Markus Brzenska nach seiner Genesung für Polen auflaufen.

Euer Erich Bollermann

Donnerstag, September 1, 2011

Energie Cottbus: Geschmackssache

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 1:10 pm

Manche Dinge im Leben werden einfach grob unterschätzt. So ist es zum Beispiel irre wichtig, dass die eigene Frau gut kochen kann. „Schönheit vergeht“, hab ich letztens den Rackern aus meiner C-Jugendmannschaft erklärt. „Aber eine Spitzenköchin hält Euch das ganze Leben glücklich.“

Echte Topkräfte wie meine Frau decken nämlich am Herd das volle Spektrum von rustikaler Kartoffelsuppe bis zum feinen Rinderfilet ab. Dabei stellt sich Waltraud genauso auf meinen Appetit ein wie der FCE sich neuerdings auf seine Gegner. Die Grasnarbenschlacht von Aue hätten unsere Kicker letzte Saison wahrscheinlich verloren, weil sie sich damals noch zu fein zum Grätschen waren.

Diesmal hielt Energie im Erzgebirge erstaunlich ruhig und robust dagegen. Besonders der einst flatterige Roger strahlt mittlerweile eine Stabilität aus, um die ihn jedes IKEA-Wandregal beneidet. Sicherlich gab es im Cottbuser Spiel nach vorne nicht viel zu sehen. Aber dafür hatten die Kerle in der Defensive genau das richtige Angebot auf Lager. Denn auch in der zweiten Liga gilt: Es muss nicht immer Kaviar sein!

Euer Erich Bollermann