Dienstag, Oktober 25, 2011
Gegen Greuther Fürth wirkte Energie letzten Samstag ungefähr so engagiert wie ich an der Laubharke. Eine grundsätzliche Bemühtheit konnte man den Cottbusser Kickern und mir dabei gar nicht absprechen.
Trotzdem war für jeden Fan im Stadion klar erkennbar, dass unseren Jungs der letzte Schliff fehlte, um den Spitzenreiter vom Thron zu stoßen. Und meine Frau roch zehn Meter gegen den Wind, wie sehr ich mich bei der lästigen Gartenarbeit nach meinem Stammtisch sehnte. Mit dieser herbstlichen Laschheit im Rücken waren Schorchs Sekundenschlaf vorm ersten Gegentreffer und Rangelovs Fehlschuss in Emil-Jula-Manier auch keine Überraschung mehr. Allerdings sind es genau diese Schlampereien, die alle Beteiligten noch Tage später verfolgen. Wer sich so nachlässig um die Früchte der eigenen Arbeit bringt, den muss danach einfach die
Unzufriedenheit quälen.
Deshalb habe ich Waltraud auch felsenfest versprochen, demnächst wieder Vollgas beim Blätterschaufeln zu geben, Und genauso muss der FCE auch das Ostderby in Rostock am Freitag anpacken. Wenn man sowieso ins Schwitzen kommt, sollte man auch das Maximum aus sich herausholen.
Euer Erich Bollermann
Mittwoch, Oktober 12, 2011
Als Energiefan hatte man gehofft, dass Pelé Wollitz und seine Kicker die Länderspielpause intensiv nutzen können, um an den Schwachstellen der letzten Wochen zu arbeiten. Aber dieser produktive Plan fiel wahrscheinlich ins Wasser, weil der halbe Kader entweder verletzt oder zu Auswahlspielen unterwegs war. Gerüchten zufolge befanden sich zeitweise so wenig gesunde Energie-Profis auf dem Trainingsgelände, dass es nicht mal für eine Skatrunde gereicht hätte.
Auch die Spiele der deutschen Nationalelf müssen für unserer gebeutelten Rot-Weißen derzeit eher deprimierend sein. Denn Jogis Jungs spielten bisher die gesamte EM-Qualifikation viel zu souverän, als das man sich als Cottbuser irgendwas abgucken könnte. Das wäre so, als würde ich von meiner Waltraud verlangen, sich in Sachen Aussehen einfach mal ein Beispiel an der feschen Michelle Hunziker zu nehmen.
Für Energies Auftritt beim FSV Frankfurt am Sonntag gibt es deshalb nur eine Bitte ans Team: Macht endlich Schluss mit dem Prinzip Autobahnraststätte! Statt durchgehend geöffnet zu haben, sollte unsere Defensive am besten gleich zum Anpfiff die Rollläden runter lassen. Wenn der Lauitzer Hinterladen erstmal halbwegs dicht ist, kommen wir auch vorne wieder ins Rollen.
Euer Erich Bollermann
Donnerstag, Oktober 6, 2011
Jetzt geht Energie mit drei Niederlagen in Serie und fünf sieglosen Partien hintereinander in die Länderspielpause. Das muss fast so qualvoll sein wie nach einer durchzechten Nacht in Gertruds Eckkneipe zu Hause aufzuwachen.
In beiden Fällen geht schlagartig jede Lebensfreude verloren. Der Schädel brummt und die Knochen wiegen schwer wie Blei. Ständig denkt man an die überflüssigen Aktionen, die einen ins Elend gestürzt haben. Musste ich mich ausgerechnet von Pfeffi-Manfred zum Likörgelage herausfordern lassen? Hätte sich Energie gegen St.Pauli nicht ein bisschen besser im Griff haben können?
Man fühlt sich einsam und hoffnungslos. Statt Verständnis erntet man bei Waltraud und Fans nur Gezeter und schlaue Ratschläge. Als wüssten die Cottbuser Kicker und ich nicht selbst am besten, was wir letztes Wochenende falsch gemacht haben! Doch das Gute am Leben und dem Fußball ist ja, dass es immer weitergeht. In zwei Wochen hat der FCE die erste Chance, seine letzten Fehltritte wieder auszubügeln. Bis dahin müssen die Kerle einfach die Ohren steif halten – so wie ich am Tag nach der letzten Kneipentour.
Euer Erich Bollermann