Freitag, Dezember 30, 2011
Kaum schleicht die bucklige Verwandtschaft nach Weihnachten endlich vom Hof, fallen Waltraud und ich regelmäßig in ein kleines Loch. Denn außer dem Gelage an Silvester gibt es in der Winterpause nichts, worauf man sich so richtig freuen könnte.
Doch Dank Energies Verpflichtung von Rudi Bommer herrscht diesmal selbst zwischen den Jahren helle Aufregung. Am liebsten möchte man als Cottbuser Fußballfan sofort den nächsten Wunschzettel schreiben!
Meine Frau und ich konnten uns für 2012 zügig auf drei bescheidene Anliegen an den neuen Trainer einigen: Erstens brauchen wir unbedingt wieder Heimsiege. Das Stadion der Freundschaft darf auf keinen Fall ein Wallfahrtsort für Mannschaften bleiben, die auswärts mal schnell drei Punkte einfahren wollen. Zweitens sehnen wir uns nach einer halbwegs stabilen Abwehr, die auch mal einen knappen Vorsprung über die Zeit rettet. Und drittens würden wir gerne die Derbys gegen Aue, Hansa und Union gewinnen. Da der Aufstieg längst außer Reichweite ist, muss Energie zumindest im Osten für klare Verhältnisse sorgen.
Das ist hoffentlich insgesamt nicht zuviel verlangt. Als Gegenleistung fiebert Familie Bollermann auch wie immer auf der Tribüne und vor der Glotze mit. Also guten Rutsch und dann an die Arbeit!
Euer Erich Bollermann
Mittwoch, Dezember 21, 2011
Vielleicht haben wir am letzten Sonntag zum letzten Mal den offensivsten FC Energie aller Zeiten erlebt. Fast wie in den Glanzzeiten der letzten Saison zettelten die Cottbuser Kicker gegen Duisburg einen Sturmlauf nach dem anderen an.
Doch meine Waltraud und ich sind es inzwischen leid, wenn sich unsere Truppe trotz engagierter Leistung kurz vor Schluss noch zwei Punkte abknöpfen lässt. Ehrlich gesagt hätten wir in Zukunft auch keine Probleme mit einer defensiveren Ausrichtung, falls damit wieder öfter Siege herausspringen. Da halten wir es ganz mit Otto Rehhagel, der nach dem griechischen Triumph bei der EM 2004 lapidar meinte: „Modern spielt, wer gewinnt“.
Denn als Cottbuser Fan hat man in den letzten fünf Jahren von konsequenter Mauerei unter Bojan Prasnikar bis zum spektakulären Angriffsfußball des Claus-Dieter Wollitz zwei echte taktische Extreme mitgemacht. Mit beiden Spielweisen feierte Cottbus zwischenzeitlich ja auch Erfolge. Allerdings wäre es vielleicht langsam an der Zeit, einen Mittelweg einzuschlagen, der diese radikalen Philosophien irgendwie zusammenführt. Herr Bommer, bitte übernehmen Sie!
Euer Erich Bollermann
Mittwoch, Dezember 14, 2011
Mein Stammtischkumpel Willi hatte sich vor ein paar Jahren in die dralle Gisela vom Baumarkt verguckt. Über fünf Ecken bekam das dann seine Frau mit, die vorher aber selber fast mit dem Postboten durchgebrannt wäre. Von da an gab es Mord und Todschlag. Bei der Scheidung feilschten beide um jede Wäscheklammer und hassen sich noch heute bis aufs Messer.
Am Beispiel von Energie ließ sich letzte Woche prima beobachten, dass man auch ohne Rosenkrieg auseinandergehen kann: Claus-Dieter Wollitz hatte wegen seiner alten Liebe Osnabrück Schmetterlinge im Bauch. Der FCE war zur gleichen Zeit spitz wie Nachbars Lumpi auf Rudi Bommer. Großen Respekt an alle Beteiligten, dass man diese heikle Situation so vernünftig und geräuschlos regeln konnte!
Bei allem Lob für die glückliche Trennung ging aber unter, dass die Bremer Langzeitbeziehung mit Thomas Schaaf sowohl im Fußball als auch im wahren Leben das ultimative Vorbild bleibt. Nichts geht über einen Partner, mit dem man jahrelang durch Dick und Dünn gehen kann. Ohne meine Waltraud wäre ich inzwischen jedenfalls nicht mal mehr die Hälfte wert. Hoffentlich macht Rudi Bommer unseren FCE auch über längere Zeit glücklich.
Euer Erich Bollermann
Mittwoch, Dezember 7, 2011
Zum Abschluss der Hinrunde präsentierten sich die Cottbuser Kicker gegen Union noch mal genauso kraft- und trostlos, wie wir es in den letzten Wochen schon öfter ertragen mussten.
„Wenn Du beim Nikolaus einen Wunsch frei hättest“, fragte meine Frau gestern. „Was würde dann bei Energie anders laufen?“ Da stand ich ehrlich gesagt richtig auf dem Schlauch. Denn mittlerweile klemmt es in allen Mannschaftsteilen dermaßen, dass eine Wundertat alleine wohl nicht ausreicht. ´
Trainer Wollitz wirft dem Cottbuser Anhang ja manchmal vor, zu hohe Ansprüche zu haben. Waltraud und ich sind jedenfalls weit davon entfernt, für den Rest der Saison noch eine rot-weiße Aufholjagd zu erwarten. Aber zum Jahresausklang würde es guttun, zumindest einen kleinen Aufwärtstrend zu sehen.
Ganz konkret bräuchten wir mal wieder eine halbwegs engagierte Leistung über 90 Minuten mit einigermaßen Zug zum Tor. Ein vollends überzeugender Sieg in Dresden am Sonntag wäre derzeit wahrscheinlich zu viel verlangt. Andererseits will man den Nikolaus ja auch nicht unterfordern.
Euer Erich Bollermann