Fußball Bundesliga Blog


Mittwoch, Februar 1, 2012

Energie Cottbus: Frühe Punkte

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 11:20 am

Der erste Eindruck bleibt immer hängen. Meine Frau macht sich noch heute darüber lustig, wie großspurig ich sie damals beim Dorftanz anbaggerte. Laut Waltraud war ich ein ähnlicher Typ wie Pele Wollitz: Erst mal ordentlich auf die Pauke hauen!

Rudi Bommer hingegen verfolgte bei seinem Dienstantritt in Cottbus einen komplett anderen Ansatz. Statt vollmundig Aufholjagd oder Aufstieg zu versprechen, führte sich der neue Übungsleiter mit warmen Worten zu Umfeld und Trainingsbedingungen ein. Als er dann noch ankündigte, bald Frau und Kinder in die Lausitz nachzuholen, ging meiner Waltraud gleich das Herz auf.

Bei aller Höflichkeit scheint Bommer aber schon jetzt einen klaren Plan im Kopf zu haben. Von Beginn an nahm er sich unser leidiges Abwehrproblem zur Brust. Durch Energies neuen Trainer begriff inzwischen selbst meine Frau, dass Pressing nichts mit Schwangerschaftsgymnastik zu tun hat. Auch die Härtefälle Adi, Kucukovic und Nwaogu auszusortieren war längst überfällig.

In der Lausitz schätzt man Leute, die zupacken und gleichzeitig wissen was sich gehört. Damit hat Rudi Bommer also vom Start weg gepunktet. Vielleicht kann er nächsten Montag bei 1860 München auch gleich die ersten Zähler auf dem Rasen nachlegen.

Euer Erich Bollermann

Freitag, Dezember 30, 2011

Energie Cottbus: Aufgeregter Rutsch

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 10:45 am

Kaum schleicht die bucklige Verwandtschaft nach Weihnachten endlich vom Hof, fallen Waltraud und ich regelmäßig in ein kleines Loch. Denn außer dem Gelage an Silvester gibt es in der Winterpause nichts, worauf man sich so richtig freuen könnte.

Doch Dank Energies Verpflichtung von Rudi Bommer herrscht diesmal selbst zwischen den Jahren helle Aufregung. Am liebsten möchte man als Cottbuser Fußballfan sofort den nächsten Wunschzettel schreiben!

Meine Frau und ich konnten uns für 2012 zügig auf drei bescheidene Anliegen an den neuen Trainer einigen: Erstens brauchen wir unbedingt wieder Heimsiege. Das Stadion der Freundschaft darf auf keinen Fall ein Wallfahrtsort für Mannschaften bleiben, die auswärts mal schnell drei Punkte einfahren wollen. Zweitens sehnen wir uns nach einer halbwegs stabilen Abwehr, die auch mal einen knappen Vorsprung über die Zeit rettet. Und drittens würden wir gerne die Derbys gegen Aue, Hansa und Union gewinnen. Da der Aufstieg längst außer Reichweite ist, muss Energie zumindest im Osten für klare Verhältnisse sorgen.

Das ist hoffentlich insgesamt nicht zuviel verlangt. Als Gegenleistung fiebert Familie Bollermann auch wie immer auf der Tribüne und vor der Glotze mit. Also guten Rutsch und dann an die Arbeit!

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, Dezember 21, 2011

Energie Cottbus: Mittelweg

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 10:33 am

Vielleicht haben wir am letzten Sonntag zum letzten Mal den offensivsten FC Energie aller Zeiten  erlebt. Fast wie in den Glanzzeiten der letzten Saison zettelten die Cottbuser Kicker gegen Duisburg  einen Sturmlauf nach dem anderen an.  

Doch meine Waltraud und ich sind es inzwischen leid, wenn sich unsere Truppe trotz engagierter Leistung kurz vor Schluss noch zwei Punkte abknöpfen lässt. Ehrlich gesagt hätten wir in Zukunft auch keine Probleme mit einer defensiveren Ausrichtung, falls damit wieder öfter Siege herausspringen. Da halten wir es ganz mit Otto Rehhagel, der nach dem griechischen Triumph bei der EM 2004 lapidar meinte: „Modern spielt, wer gewinnt“.

Denn als Cottbuser Fan hat man in den letzten fünf Jahren von konsequenter Mauerei unter Bojan Prasnikar bis zum spektakulären Angriffsfußball des Claus-Dieter Wollitz zwei echte taktische Extreme mitgemacht. Mit beiden Spielweisen feierte Cottbus zwischenzeitlich ja auch Erfolge. Allerdings wäre es vielleicht langsam an der Zeit, einen Mittelweg einzuschlagen, der diese radikalen Philosophien irgendwie zusammenführt. Herr Bommer, bitte übernehmen Sie!

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, Dezember 14, 2011

Energie Cottbus: Scheidungsglück?

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 11:23 am

Mein Stammtischkumpel Willi hatte sich vor ein paar Jahren in die dralle Gisela vom Baumarkt verguckt. Über fünf Ecken bekam das dann seine Frau mit, die vorher aber selber fast mit dem Postboten durchgebrannt wäre. Von da an gab es Mord und Todschlag. Bei der Scheidung feilschten beide um jede Wäscheklammer und hassen sich noch heute bis aufs Messer.

Am Beispiel von Energie ließ sich letzte Woche prima beobachten, dass man auch ohne Rosenkrieg auseinandergehen kann: Claus-Dieter Wollitz hatte wegen seiner alten Liebe Osnabrück Schmetterlinge im Bauch. Der FCE war zur gleichen Zeit spitz wie Nachbars Lumpi auf Rudi Bommer. Großen Respekt an alle Beteiligten, dass man diese heikle Situation so vernünftig und geräuschlos regeln konnte!

Bei allem Lob für die glückliche Trennung ging aber unter, dass die Bremer Langzeitbeziehung mit Thomas Schaaf sowohl im Fußball als auch im wahren Leben das ultimative Vorbild bleibt. Nichts geht über einen Partner, mit dem man jahrelang durch Dick und Dünn gehen kann. Ohne meine Waltraud wäre ich inzwischen jedenfalls nicht mal mehr die Hälfte wert. Hoffentlich macht Rudi Bommer unseren FCE auch über längere Zeit glücklich.

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, Dezember 7, 2011

Energie Cottbus: Nikolauswunsch

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 10:29 am

Zum Abschluss der Hinrunde präsentierten sich die Cottbuser Kicker gegen Union noch mal genauso kraft- und trostlos, wie wir es in den letzten Wochen schon öfter ertragen mussten.

„Wenn Du beim Nikolaus einen Wunsch frei hättest“, fragte meine Frau gestern. „Was würde dann bei Energie anders laufen?“ Da stand ich ehrlich gesagt richtig auf dem Schlauch. Denn mittlerweile klemmt es in allen Mannschaftsteilen dermaßen, dass eine Wundertat alleine wohl nicht ausreicht. ´

Trainer Wollitz wirft dem Cottbuser Anhang ja manchmal vor, zu hohe Ansprüche zu haben. Waltraud und ich sind jedenfalls weit davon entfernt, für den Rest der Saison noch eine rot-weiße Aufholjagd zu erwarten. Aber zum Jahresausklang würde es guttun, zumindest einen kleinen Aufwärtstrend zu sehen.

Ganz konkret bräuchten wir mal wieder eine halbwegs engagierte Leistung über 90 Minuten mit einigermaßen Zug zum Tor. Ein vollends überzeugender Sieg in Dresden am Sonntag wäre derzeit wahrscheinlich zu viel verlangt. Andererseits will man den Nikolaus ja auch nicht unterfordern.

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, November 30, 2011

Energie Cottbus: Stresstests

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 10:46 am

Bei Energie läuft‘s momentan wie in der Weltwirtschaft: Alles dümpelt verdächtig vor sich hin. Und  keiner kann genau sagen, ob wir damit schon im nächsten Absturz stecken oder einfach nur ruhig bleiben und abwarten müssen.

Dabei sollte man dem FCE wie den meisten deutschen Firmen zu Gute halten, dass die nackten Zahlen bis jetzt noch einigermaßen in Ordnung sind. Immerhin holten die Kerle vier Punkte aus den letzten zwei Partien und blieben dabei ohne Gegentor. Doch wer die Cottbuser Kicker dort über volle 180 Minuten in ihrer ganzen Saftlosigkeit erlebte, macht sich zu Recht Gedanken, wie es diese Truppe unbeschadet in die Winterpause schaffen will.

„Du alter Schwarzmaler!“ fährt mir Waltraud sofort in die Parade. „Mit ein bisschen Glück hätten wir auch gegen Ingolstadt noch gewonnen.“ Das kann schon sein. Aber wenn sich Energie in nächster Zeit nur noch auf den Zufall verlassen will, sind wir nicht viel besser als die überschlauen Banker, die lieber zocken statt zu arbeiten.

Deshalb passt es ganz gut in den Plan, dass Cottbus an den nächsten beiden Wochenenden bei Union und Dynamo vor zwei echten Stresstests steht. Nach diesen Derbys wissen wir garantiert, ob unsere Jungs auch einen Rettungsschirm brauchen.

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, November 23, 2011

Energie Cottbus: Italienisch

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 11:15 am

Nach der letzten Cottbuser Pleitenserie hat man Pele Wollitz und seinen Kickern so einiges vorgehalten:  Viel zu offensiv würde Energie agieren und in den entscheidenden Momenten vorn wie hinten die nötige Konzentration vermissen lassen.

Beim Vfl Bochum zog die Truppe nun als Antwort einen humorlosen Ergebnisfußball auf, den man in dieser Unansehnlichkeit sonst nur aus der italienischen Liga kennt. In einer zähen Partie voller Fehlpassstafetten stand der FCE defensiv sicher und staubte kurz vor Ultimo noch drei Punkte ab. Ausgerechnet die bereits als Fehleinkäufe abgestempelten Kucukovic und Ludwig bugsierten die Kirsche gemeinsam in den gegnerischen Kasten.

Selbst in den Schlussminuten bekam man nie das Gefühl, dass uns Bochum noch irgendwie gefährlich werden konnte. Roger und Hünemeier schirmten den Cottbuser Strafraum so konsequent ab, dass sie im Nebenjob auch als Türsteher anfangen könnten.

Hoffentlich ist dieser hochverdiente Auswärtserfolg jetzt endlich der Auftakt für die Serie, die Energie so bitter nötig hat. Machen wir gegen Ingolstadt am Sonntag doch einfach weiter wie die Italiener: Lieber hässlich gewinnen als schön verlieren!

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, November 9, 2011

Energie Cottbus: Selbstfindung

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 12:35 pm

Meine Frau ist genau wie der FC Energie immer für eine Überraschung gut. Nächstes Wochenende  fährt Waltraud nämlich zu einem Esoterikkurs. „Ich will mich endlich selber finden, bevor es zu spät ist“, hat sich meine bessere Hälfte felsenfest vorgenommen.

Vielleicht käme diese Veranstaltung kurzfristig auch für die Cottbuser Kicker infrage. Schließlich zeigte spätestens die Niederlage gegen Paderborn, dass bei Energie die Schwingungen nicht stimmen. Deshalb sollten die Kerle durchaus in Betracht ziehen, bei Entspannungstee und Räucherstäbchen mal schonungslos in sich hineinzuhorchen.

Denn rein vom Spielmaterial her steht Cottbus trotz einiger Verletzter nicht viel schlechter da als Düsseldorf oder Fürth. Doch laut Waltraud fehlt den Kerlen derzeit “die spirituelle Stärke” um in schwierigen Momenten die Nerven zu behalten. Und tatsächlich wurden wir in den letzten 14 Spielen viel zu oft von eklatanten Cottbuser Abwehrschnitzern ins Stimmungstief gerissen.

Meine Frau hält das für ein reines Kopfproblem. Und bei aller Skepsis: So langsam bin ich für jeden Hokuspokus offen, der unserer Mannschaft weiter hilft. Irgendwas muss jedenfalls
passieren.

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, November 2, 2011

Energie Cottbus: Festung?

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 11:53 am

Eigentlich würde man ja erwarten, dass die Cottbuser Kicker inzwischen wissen, wo sie hingehören. Doch statt in den heimatlichen Gefilden des Stadions der Freundschaft aufzutrumpfen, profiliert sich Energie diese Saison lieber auswärts.

Elf seiner 18 Punkte holte der FCE bisher in der Fremde. Trotz des späten Rostocker Ausgleichstreffers letzten Freitag hat man insgesamt das Gefühl, als würde unsere Mannschaft bei Auswärtsspielen einen Tick robuster auftreten als zu Hause. Zudem liegt der letzte Heimsieg nun schon über zwei Monate zurück. „Sind wir Lausitzer den Kerlen etwa nicht mehr gut genug?“ macht sich meine Frau ernsthaft Sorgen.

Ich kenne das ja aus wilden Jugendjahren: Es hat durchaus seinen Reiz, mal irgendwo auf den Putz zu hauen, wo einen keiner kennt. Aber nach dreißig Jahren Ehe weiß ich auch, dass man sich seine beste Seite immer für zu Hause aufheben sollte. Und wenn ich dort so durchgehangen hätte wie der FCE in den letzten Heimspielen, würde mich Waltraud längst in unserer Gartenlaube schlafen lassen.

Das Stadion der Freundschaft war für Energie mal eine echte Festung. Genau diesen Eindruck sollten wir Paderborn nächsten Sonntag auch vermitteln.

Euer Erich Bollermann

Dienstag, Oktober 25, 2011

Energie Cottbus: Lasches Geharke

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 9:36 am

Gegen Greuther Fürth wirkte Energie letzten Samstag ungefähr so engagiert wie ich an der Laubharke. Eine grundsätzliche Bemühtheit konnte man den Cottbusser Kickern und mir dabei gar nicht absprechen.

Trotzdem war für jeden Fan im Stadion klar erkennbar, dass unseren Jungs der letzte Schliff fehlte, um den Spitzenreiter vom Thron zu stoßen. Und meine Frau roch zehn Meter gegen den Wind, wie sehr ich mich bei der lästigen Gartenarbeit nach meinem Stammtisch sehnte. Mit dieser herbstlichen Laschheit im Rücken waren Schorchs Sekundenschlaf vorm ersten Gegentreffer und Rangelovs Fehlschuss in Emil-Jula-Manier  auch keine Überraschung mehr. Allerdings sind es genau diese Schlampereien, die alle Beteiligten noch Tage später verfolgen. Wer sich so nachlässig um die Früchte der eigenen Arbeit bringt, den muss danach einfach die
Unzufriedenheit quälen.

Deshalb habe ich Waltraud auch felsenfest versprochen, demnächst wieder Vollgas beim Blätterschaufeln zu geben, Und genauso muss der FCE auch das Ostderby in Rostock am Freitag anpacken. Wenn man sowieso ins Schwitzen kommt, sollte man auch das Maximum aus sich herausholen.    

Euer Erich Bollermann