Fußball Bundesliga Blog


Dienstag, November 15, 2011

Nationalelf: Generalstreik

Category: Nationalmannschaft – Autor: Erich Bollermann – 10:43 am

Das ganze Euro-Chaos macht meine Frau völlig kirre. Dabei stört sie nicht etwa, wie gerade eine  europäische Regierung nach der anderen auseinanderfliegt. Stattdessen hat Waltraud ernsthaft Angst, dass die kommende Europameisterschaft aus Kostengründen ausfallen könnte.

„Weißt Du, was so ein Großereignis kostet?“ fragte mich meine bessere Hälfte letztens. „Das streichen uns die da oben garantiert auch noch irgendwann.“ Doch ausgerechnet diese Sparmaßnahme wäre für den deutschen Fußball eine absolute Katastrophe! Denn selten hatte eine DFB-Elf so gute Chancen auf den Titel wie die Truppe von Jogi Löw.

Ganz egal wie die Partie gegen Holland heute Abend ausgeht: Noch nie waren deutsche Länderspiele so unterhaltsam wie jetzt. Gomez, Müller und Konsorten sorgen für echten Bankräuberfußball: Ein kaltblütiger Überfall aufs gegnerische Tor jagt den nächsten. Selbst wenn wie gegen die Ukraine Schnarchzapfen der Marke Träsch oder Aogo durchgeschleppt werden müssen, reicht‘s am Ende noch zum Unentschieden.

Man kann kaum noch erwarten, dass diese Himmelhunde im nächsten Sommer endlich auf Spanien losgelassen werden. Falls da noch irgendwas dazwischen kommt, zetteln Waltraud und ich höchstpersönlich einen Generalstreik an!

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, November 9, 2011

Energie Cottbus: Selbstfindung

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 12:35 pm

Meine Frau ist genau wie der FC Energie immer für eine Überraschung gut. Nächstes Wochenende  fährt Waltraud nämlich zu einem Esoterikkurs. „Ich will mich endlich selber finden, bevor es zu spät ist“, hat sich meine bessere Hälfte felsenfest vorgenommen.

Vielleicht käme diese Veranstaltung kurzfristig auch für die Cottbuser Kicker infrage. Schließlich zeigte spätestens die Niederlage gegen Paderborn, dass bei Energie die Schwingungen nicht stimmen. Deshalb sollten die Kerle durchaus in Betracht ziehen, bei Entspannungstee und Räucherstäbchen mal schonungslos in sich hineinzuhorchen.

Denn rein vom Spielmaterial her steht Cottbus trotz einiger Verletzter nicht viel schlechter da als Düsseldorf oder Fürth. Doch laut Waltraud fehlt den Kerlen derzeit “die spirituelle Stärke” um in schwierigen Momenten die Nerven zu behalten. Und tatsächlich wurden wir in den letzten 14 Spielen viel zu oft von eklatanten Cottbuser Abwehrschnitzern ins Stimmungstief gerissen.

Meine Frau hält das für ein reines Kopfproblem. Und bei aller Skepsis: So langsam bin ich für jeden Hokuspokus offen, der unserer Mannschaft weiter hilft. Irgendwas muss jedenfalls
passieren.

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, November 2, 2011

Energie Cottbus: Festung?

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 11:53 am

Eigentlich würde man ja erwarten, dass die Cottbuser Kicker inzwischen wissen, wo sie hingehören. Doch statt in den heimatlichen Gefilden des Stadions der Freundschaft aufzutrumpfen, profiliert sich Energie diese Saison lieber auswärts.

Elf seiner 18 Punkte holte der FCE bisher in der Fremde. Trotz des späten Rostocker Ausgleichstreffers letzten Freitag hat man insgesamt das Gefühl, als würde unsere Mannschaft bei Auswärtsspielen einen Tick robuster auftreten als zu Hause. Zudem liegt der letzte Heimsieg nun schon über zwei Monate zurück. „Sind wir Lausitzer den Kerlen etwa nicht mehr gut genug?“ macht sich meine Frau ernsthaft Sorgen.

Ich kenne das ja aus wilden Jugendjahren: Es hat durchaus seinen Reiz, mal irgendwo auf den Putz zu hauen, wo einen keiner kennt. Aber nach dreißig Jahren Ehe weiß ich auch, dass man sich seine beste Seite immer für zu Hause aufheben sollte. Und wenn ich dort so durchgehangen hätte wie der FCE in den letzten Heimspielen, würde mich Waltraud längst in unserer Gartenlaube schlafen lassen.

Das Stadion der Freundschaft war für Energie mal eine echte Festung. Genau diesen Eindruck sollten wir Paderborn nächsten Sonntag auch vermitteln.

Euer Erich Bollermann

Dienstag, Oktober 25, 2011

Energie Cottbus: Lasches Geharke

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 9:36 am

Gegen Greuther Fürth wirkte Energie letzten Samstag ungefähr so engagiert wie ich an der Laubharke. Eine grundsätzliche Bemühtheit konnte man den Cottbusser Kickern und mir dabei gar nicht absprechen.

Trotzdem war für jeden Fan im Stadion klar erkennbar, dass unseren Jungs der letzte Schliff fehlte, um den Spitzenreiter vom Thron zu stoßen. Und meine Frau roch zehn Meter gegen den Wind, wie sehr ich mich bei der lästigen Gartenarbeit nach meinem Stammtisch sehnte. Mit dieser herbstlichen Laschheit im Rücken waren Schorchs Sekundenschlaf vorm ersten Gegentreffer und Rangelovs Fehlschuss in Emil-Jula-Manier  auch keine Überraschung mehr. Allerdings sind es genau diese Schlampereien, die alle Beteiligten noch Tage später verfolgen. Wer sich so nachlässig um die Früchte der eigenen Arbeit bringt, den muss danach einfach die
Unzufriedenheit quälen.

Deshalb habe ich Waltraud auch felsenfest versprochen, demnächst wieder Vollgas beim Blätterschaufeln zu geben, Und genauso muss der FCE auch das Ostderby in Rostock am Freitag anpacken. Wenn man sowieso ins Schwitzen kommt, sollte man auch das Maximum aus sich herausholen.    

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, Oktober 12, 2011

Energie Cottbus: Ladenschluss

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 9:28 am

Als Energiefan hatte man gehofft, dass  Pelé Wollitz und seine Kicker die Länderspielpause intensiv nutzen können, um an  den Schwachstellen der letzten Wochen zu arbeiten. Aber dieser produktive Plan fiel wahrscheinlich ins Wasser, weil der halbe Kader entweder verletzt oder zu Auswahlspielen unterwegs war.  Gerüchten zufolge befanden sich zeitweise so wenig gesunde Energie-Profis auf dem Trainingsgelände, dass es  nicht mal für eine Skatrunde gereicht hätte.

Auch die Spiele der deutschen Nationalelf müssen für unserer gebeutelten Rot-Weißen derzeit eher deprimierend sein. Denn Jogis Jungs spielten bisher die gesamte EM-Qualifikation viel zu souverän, als das man sich als Cottbuser irgendwas abgucken könnte. Das wäre so, als würde ich von meiner Waltraud verlangen, sich in Sachen Aussehen einfach mal ein Beispiel an der feschen Michelle Hunziker zu nehmen.

Für Energies Auftritt beim FSV Frankfurt am Sonntag gibt es deshalb nur eine Bitte ans Team: Macht endlich Schluss mit dem Prinzip Autobahnraststätte! Statt durchgehend geöffnet zu haben, sollte unsere Defensive am besten gleich zum Anpfiff die Rollläden runter lassen. Wenn der Lauitzer Hinterladen erstmal halbwegs dicht ist, kommen wir auch vorne wieder ins Rollen.

Euer Erich Bollermann

Donnerstag, Oktober 6, 2011

Energie Cottbus: Brummschädel

Category: Uncategorized – Autor: Erich Bollermann – 9:23 am

Jetzt geht Energie mit drei Niederlagen in Serie und fünf sieglosen Partien hintereinander in die Länderspielpause. Das muss fast so qualvoll sein wie nach einer durchzechten Nacht in Gertruds Eckkneipe zu Hause aufzuwachen.

In beiden Fällen geht schlagartig jede Lebensfreude verloren. Der Schädel brummt und die Knochen wiegen schwer wie Blei. Ständig denkt man an die überflüssigen Aktionen, die einen ins Elend gestürzt haben. Musste ich mich ausgerechnet von Pfeffi-Manfred zum Likörgelage herausfordern lassen? Hätte sich Energie gegen St.Pauli nicht ein bisschen besser im Griff haben können?

Man fühlt sich einsam und hoffnungslos. Statt Verständnis erntet man bei Waltraud und Fans nur Gezeter und schlaue Ratschläge. Als wüssten die Cottbuser Kicker und ich nicht selbst am besten, was wir letztes Wochenende falsch gemacht haben! Doch das Gute am Leben und dem Fußball ist ja, dass es immer weitergeht. In zwei Wochen hat der FCE die erste Chance, seine letzten Fehltritte wieder auszubügeln. Bis dahin müssen die Kerle einfach die Ohren steif halten – so wie ich am Tag nach der letzten Kneipentour.

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, September 28, 2011

Energie Cottbus: Alte Macken

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 3:23 pm

Mit der Cottbuser Hintermannschaft ist das wie in einer jahrelangen Ehe. Man kann sich zwar streckenweise einreden, dass beim Partner tatsächlich Verbesserungen stattfinden. Aber insgesamt bleiben die Macken doch die gleichen.

Als ich zum Beispiel meine Waltraud kennenlernte, konnte sie ungefähr so gut einparken wie ein Maulwurf mit Sonnenbrille. Das gibt sich schon noch, dachte ich mir damals. Dreißig Jahre später lege ich ihr lieber gleich ne Busfahrkarte hin, damit unsere Stoßstange mal ohne Kratzer durch die Woche kommt.

Auch bei Energies Defensive kann man derzeit wieder die Uhr nach dem nächsten Aussetzer stellen. Bittroff liess sich in Düsseldorf zu einem Anfängerfehler hinreißen und Roger bleibt sowieso immer für eine Tätlichkeit gut. Neu war eigentlich nur, dass Torwart Kirschbaum jetzt schon das zweite Spiel hintereinander wackelte.

Höchstwahrscheinlich müssen wir uns damit abfinden, dass aus Energies Abwehr auch diese Saison kein Bollwerk mehr wird. Dafür gibt’s nur eine Lösung: Immer ein Tor mehr als der Gegner schießen.  Am besten probieren wir diese Taktik nächsten Sonntag gegen St. Pauli gleich mal aus!

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, September 21, 2011

Energie Cottbus: Betonbeschwerden

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 9:55 am

Nach Energies Auswärtspleite letzten Samstag war meine Waltraud richtig fuchtig, „Die  Braunschweiger haben sich nur hinten reingestellt und gekontert!“ empörte sich meine bessere  Hälfte. „Wie sollen unsere Jungs denn bei so viel Mauerei zum Zuge kommen?“

In der Tat war das eins dieser Schweinespiele, bei denen die bessere Mannschaft nicht  unbedingt als Sieger vom Platz geht. Aber es kommt einem schon ein bisschen ulkig vor, dass ausgerechnet wir Cottbuser uns über dieses Schicksal beschweren. Vor der Ära Wollitz hat Energie schließlich selber regelmäßig Beton in der eigenen Hälfte angerührt und auf diese Weise sogar ein paar schöne Jahre in der ersten Liga verbracht.

Nur weil der FCE inzwischen ein bisschen mehr System im Spiel nach vorne hat, sackt unsere Truppe nicht automatisch mehr Punkte ein. Konzentration und Wille müssen nämlich trotzdem stimmen. Und genau in diesen Punkten war uns Eintracht Braunschweig leider überlegen. Hoffen wir mal, dass sich die Cottbuser Kicker kommenden Samstag in Düsseldorf besser im Griff haben und nicht wieder gegen eine Wand laufen.

Euer Erich Bollermann

Mittwoch, September 14, 2011

Energie Cottbus: Moderne Verteidigung

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 10:16 am

Seit Monaten predige ich den Rackern aus meiner C-Jugendtruppe, dass Verteidigung heutzutage im Sturm beginnt. „Und was kommt als nächstes, Trainer?“ machte sich letztens der dicke Jason-Jonas lustig. „Sollen wir im Mittelfeld vielleicht noch Torwart spielen?“

Energies gefühlte Niederlage gegen Frankfurt hat jedenfalls gezeigt, dass ich goldrichtig liege. In der ersten Halbzeit liess der FCE nämlich auf keinem Quadratmeter des Rasens was anbrennen. Da wurde fantastisch über die agilen Müller, Fenin und Adlung nach vorne kombiniert. Falls die Kirsche dabei mal verloren ging, setzten unsere Jungs so bissig nach, dass für die Eintracht schon an der Mittellinie Feierabend war. So sieht moderne Abwehrarbeit
aus!

Deshalb wollte man als Zuschauer kaum seinen Augen trauen, als sich die Kerle nach der Pause in der Cottbuser Hälfte einschnüren liessen. Hier muss sich jeder Kicker an die eigene Nase fassen. Wer dem Gegner so breit die Tür aufhält,
braucht sich nicht zu wundern, wenn er später noch die Hütte vollkriegt.

Jetzt konnten wir also in einem einzigen Spiel beobachten, wie man als Mannschaft erst überragend und dann grottenschlecht verteidigt. Ich bin mal gespannt, wer daraus schneller seine Lehren zieht: Die Profis von Pele Wollitz oder meine Bengel aus der C-Jugend.
Euer Erich Bollermann

Mittwoch, September 7, 2011

Energie Cottbus: Transferbilanz

Category: 2. Bundesliga – Autor: Erich Bollermann – 11:57 am

Respekt, Herr Wollitz! Mit Christopher Schorch und Martin Fenin ergatterte der Energie-Trainer letzte Woche zwei junge Neuzugänge, die Cottbus noch vor einiger Zeit selbst als Autobahnausfahrt gemieden hätten.

Abwehrmann Schorch hat früher sogar mal bei Hertha gespielt. Aber in jungen Jahren begehen wir eben alle Dummheiten, die uns später peinlich sind. Kraftpaket Fenin hingegen gefiel mir schon bei Eintracht Frankfurt gut, wenn er denn mal aufs Feld durfte. Mit ein paar ordentlichen Spielen hätte der adrette Tscheche auch gute Chancen, Torsten Kirschbaum als Waltrauds Liebling abzulösen.

Damit liessen die Cottbuser Transferaktivitäten nur einen klitzekleinen Wunsch offen. Meine Frau und ich hatten insgeheim gehofft, dass der FCE mal wieder einen polnischen Kracher in die Lausitz lotst. Typen wie Kukielka, Kaluzny und Kobylanski zogen nämlich immer auch Fans aus unserem Nachbarland ins Stadion der Freundschaft.

Außerdem wäre es doch ein Riesending, wenn Energie beim nächsten Länderspiel von Polen gegen Deutschland einen Nationalspieler stellen würde. Doch vielleicht kriegen wir das auch ohne Transfer hin. Dazu müsste nur der junge Kobylanski bei den Profis den Durchbruch schaffen oder Markus Brzenska nach seiner Genesung für Polen auflaufen.

Euer Erich Bollermann